100% Streuobst
Ein Markenzeichen für nachhaltige 100 %-Streuobstprodukte soll den Verbraucher:innen zeigen: Dieses Produkt rettet Streuobstwiesen. Im Mai 2020 starteten wir mit dem Projekt. Seit diesem Sommer ist das Qualitätszeichen für Produzenten von Streuobst-Produkten nutzbar!
Qualitätszeichen - Warum sich Streuobstprodukte lohnen
Das Qualitätszeichen garantiert: 100 % Genuss aus 100 % regionalem Streuobst. Keine Konzentrate, keine Plantagenware – sondern echte Rohstoffe von heimischen Hochstamm-Streuobstwiesen. Unabhängig kontrolliert und zertifiziert. Zugleich bietet es Erzeugerbetrieben eine verlässliche Argumentation für faire Preise, die mit viel Handarbeit die regionale Biodiversität erhalten und hochwertige Produkte herstellen.
Ziel ist, dass MEHR Menschen MEHR Produkte aus 100 % Streuobst genießen - das ist Erhalt durch Nutzung!
Gemeinsames Marketing
Für Streuobst-Akteure bietet das Qualitätszeichen auch über den Nachweis regionaler Bio-Produktqualität hinaus klare Vorteile: Wir präsentieren unsere Zeichennutzer auf der Verbraucher-Webseite (www.hundertprozentstreuobst.de), bewerben die Produkte im Newsletter sowie auf Social Media, stellen Partner bei Veranstaltungen vor und unterstützen mit begleitenden Werbematerialien wie Flyern. So stärken wir gemeinsam die Präsenz regionaler Streuobst-Produkte und machen auf ihren Mehrwert für Mensch und Natur aufmerksam.
Häufig gestellte Fragen
Die Zertifizierung lohnt sich für alle Akteure der Streuobst-Wertschöpfungskette:
- Streuobsterzeugerbetriebe; Direktvermarkter: Sie sichern sich einen transparenten
Nachweis ihrer Rohware und heben ihre Früchte und Produkte hervor. - Keltereien; Verarbeitungsbetriebe: Sie erhalten ein Qualitätsversprechen für Saft, Schorlen,
Cider, Destillate und weitere Produkte und sprechen umwelt- und regionalbewusste
Kundengruppen an. - Vereine; Aufpreis-Initiativen: Sie stärken regionale Projekte, motivieren
Streuobstbewirtschafterinnen und -bewirtschafter zur Pflege und sichern den Erhalt der
heimischen Bestände.
Um das Vertrauen der Verbraucherinnen und Verbraucher zu sichern, gelten transparente Erzeugungsrichtlinien. Ein Beirat aus verschiedenen Fachpersonen hat sie in mehreren
Abstimmungsrunden entwickelt. Folgende Erzeugerrichtlinien gelten:
- Hochstamm-Definition & Baumdichte: Infragestehende Bestände bestehen aus großkronigen Hochstämmen (Kernobst ≥ 1,60 m Stammhöhe zu mind. 75 %, Steinobst ≥ 1,20 m zu mind. 75 %; bei Neupflanzungen sind ≥ 1,80 m verpflichtend). Die Bestandsdichte beträgt maximal 150 Bäume je Hektar
- Keine chemisch-synthetischen Mittel: Der Einsatz chemisch-synthetischer Pflanzenschutz- und Düngemittel ist auf allen zertifizierten Flächen verboten. Es gilt die Positivliste der EU-Bio-Verordnung)
- Fairer Erzeugerpreis: Lizenznehmer verpflichten sich, den liefernden Streuobstbewirtschafterinnen und -bewirtschaftern einen Preis zu zahlen, der deutlich über dem üblichen Saisonpreis für Mostobst liegt.
- Schonende Unternutzung: Maximal dreimaliges Mähen oder Mulchen pro Jahr („englischer Rasen“ ist verboten). Empfohlen werden 2-malige Mahd oder extensiver Weidegang
- Fachgerechte Baumpflege; Mistelbekämpfung: Jungbäume (bis 5 Jahre) sind jährlich zu schneiden, Bäume in der Jugendphase (6–15 Jahre) mindestens alle 3 Jahre, Ertragsbäume (ab 16 Jahre) mindestens alle 5 Jahre. Starke Mistelausbreitung muss aktiv bekämpft werden.
- Biodiversitätsmaßnahmen: Aus einem Katalog von sechszehn Maßnahmen (z. B. Nisthilfen, Totholz, Kleinstrukturen, Mosaikmahd, alte Sorten) wählen die Bewirtschafterinnen und Bewirtschafter mindestens acht Kriterien aus.
- 100 % Direktsaft; regionale Herkunft: Produkte enthalten 100 % Direktsaft ohne Zuckerzusatz. Der Einzugsbereich für das Obst beträgt maximal 100 km Radius um den Verarbeitungsbetrieb. Eine Laboranalyse garantiert Freiheit von Pestizidrückständen.
Weitere Informationen finden Sie in der Erzeugerrichtlinie zum Download.
Der Weg zum Zeichennutzer ist einfach:
- Mitglied werden: Mitgliedschaft bei Hochstamm Deutschland e.V. abschließen und Ihr Interesse am Markenzeichen bekunden.
- Flächen und Produkte erfassen: Mit der neuen Dokumentationssoftware die Streuobst-Bestände und
Produkte digital erfassen. - Vor-Ort-Kontrolle terminieren: Ausgewählte Fachleute prüfen die Pflege der Bäume und Flächen, sowie die Erfassung, Lagerung und Verarbeitung von Zutaten.
- Zeichennutzungsvertrag unterzeichnen: Nach erfolgreicher Prüfung dürfen Sie das Marken-Logo auf Ihren Flaschen, Verpackungen und Werbemitteln tragen.
- Gemeinsames Marketing: Alle Zeichennutzer werden auf der 100%-Website aufgeführt und erhalten von uns kostenfreie analoge und digitale
Werbematerialien.
Neben der Mitgliedschaft bei Hochstamm Deutschland gibt es überschaubare Kosten für die Nutzung des 100%-Markenzeichens:
- Kostenpunkt: Eingangskontrolle vor Ort
50€ für Produzenten von Most- oder Tafelobst ohne Verarbeitung oder 100 € für verarbeitende Betriebe - Kostenpunkt: Laboruntersuchungen
Je nach Produkt sind Produktprobenanalysen auf Eigenkosten zu tragen - Kostenpunkt: Lizenzgebühren zur Siegelnutzung
In Abhängigkeit des Produkts und des Produktionsvolumen sind Gebühren fällig, z. B. 0,05 €/kg Tafelobst, 0,01 €/L Saft oder 0,05 €/L Cider
Alle einhergehenden Kosten sind in dieser Übersicht enthalten.
Haben wir Ihr Interesse geweckt? Nehmen Sie Kontakt auf
Projekthintergrund und Förderung
Das mehrjährige Projekt "Treehugger - Aufbau eines Gemeinschaftsmarketings für Hochstamm-Streuobst-Produkte" wird durch Förderung von der Stiftung Naturschutzfonds Baden-Württemberg (https://stiftung-naturschutz.landbw.de/) aus zweckgebundenen Erträgen der Glücksspirale unterstützt. Einen Teil der Projektkosten finanzieren wir aber aus Eigenmitteln des Vereins. Hierfür benötigen wir Ihre Unterstützung.
