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Starkwüchsig und frühtragend
Verschiedene Organisationen wählen jährlich eine Sorte des Jahres, um besondere, in Vergessenheit geratene Sorten wieder an die Öffentlichkeit zu bringen. Zum Nachlesen gibt es hier die Streuobstsorten des vergangenen Jahrs. Auch 2026 stellen wir die Sorten des Jahres einzeln vor. So erweitern wir unser Sortenwissen Stück für Stück. In Norddeutschland ist die Sorte des Jahres der Rote Franzapfel.
Der Rote Franzapfel
Der Apfel bildet eine mittelgroße bis große, breitkegelförmige Frucht, die sich nur etwas mehr zum Kelch als zum Stiel verjüngt. Die Früchte sind mittelbauchig. Das bedeutet, ihre breiteste Stelle liegt mittig. Flache Rippen machen den Querschnitt schwach fünfkantig. Die Schale ist glatt und wird etwas wachsig, sie hat keine Berostung. Berostung meint den rauen Überzug, der beispielsweise vom Boskoop bekannt ist. Meist ist die ganze Frucht des Roten Franzapfels von einer dunkelkarminroten Deckfarbe überzogen. In Übergängen lassen sich noch breite Flammungen erkennen. Die Lentizellen (Öffnungen für den Gasaustausch in der Schale des Apfels) sind hellgelbbraun, aber nicht sehr ins Auge fallend. Das Fruchtfleisch geht bei Lagerung ins gelbliche und kann am Rand rötlich werden. Mitte Oktober sind die roten Früchte pflückreif. Als Lagerapfel ist der Rote Franzapfel jedoch erst ab Februar bis Anfang April genussreif. Der Geschmack ist mild süßlich, ohne deutliches Aroma.
Herkunft
In der Festschrift „50 Jahre Obstbau in Schleswig-Holstein“ der Landesbauernkammer, wird die Vermutung geäußert, dass der Rote Franzapfel aus dem Roten Eiserapfel entstanden ist und die Sorte aus Schleswig-Holstein stammt. Weiteres über die Herkunft ist nicht bekannt.
Der Baum
Der Baum wächst stark, da er wahrscheinlich triploid ist. Er geht in die Breite und verzweigt sich gut. Die Sorte kommt früh in den Ertrag und trägt jedes Jahr, wenn auch etwas alternierend. An ungeeigneten Standorten kann Schorf auftreten, sonst ist der Baum sehr gesund. Der Rote Franzapfel ist vom Aussterben bedroht.
Quelle
Die Informationen zur Sorte stammen aus Heydemann, (1950): 50 Jahre Obstbau in Schleswig-Holstein, Kiel, Deutschland. S. 65. Aufbereitet wurde der Artikel auf Grundlage folgender Veröffentlichung:
Roter Franzapfel. Apfel des Jahres 2026: https://www.pomologen-verein.de/media/user_upload/2026_Roter_Franzapfel.pdf