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Überarbeitetes Handlungskonzept Streuobst in Thüringen
Das Thüringer Umweltministerium hat sein Handlungskonzept für die landesweit rund 10.000 Hektar Streuobstwiesen grundlegend überarbeitet. Die Neuauflage der ursprünglichen Fassung von 2020 bietet einen umfassenden Leitfaden: Sie definiert strategische Ziele, klärt rechtliche Rahmenbedingungen und setzt fachliche Qualitätsstandards für die Bewirtschaftung. Zudem enthält das Dokument eine aktuelle Übersicht über verfügbare Fördergelder.
Was hat sich verändert?
Die grundlegende Änderung im Handlungskonzept ist ein neu hinzugefügter „Klimateil“. Dort werden konkrete Hinweise zur Klimaanpassung gegeben: u.a. zur Standorteignung, zur Artenauswahl, zu Sortenempfehlungen für Stammunterlagen. Ein Überblick, wo Änderungen erfolgten, ist im neuen Handlungskonzept auf den Seiten 188 bis 190 gegeben.
Die Vorschriften für die Qualifikation von Pflegenden könnten besser sein
Der Fachverband Obstgehölzpflege e.V. setzt eine Mindestausbildungszeit von 150 Stunden als Standard für die von ihnen qualifizierten Weiterbildungsmaßnahmen fest (siehe hierzu: Weiterbildungsstandards - Fachverband Obstgehölzpflege e.V.). In dem neuen Thürinigschen Handlungskonzept bleiben weiterhin 120 Stunden vorgeschrieben. Dazu gibt es kritische Stimmen, ebenso wie zum Fakt, dass für langjährig Aktive weiterhin auch ohne Nachweis einer Ausbildung eine Qualifikation durch die Naturschutzverwaltung bestätigt werden kann (Kapitel 1.5 im neuen Handlungskonzept). Erfahrungen hätten es den Kritikerinnen und Kritikern gezeigt, dass dies ein Schlupfloch für Menschen ist, die durch unsachgemäße Pflege Streuobstbestände schädigen und dabei Fördermittel erhalten, die eigentlich für deren Schutz und Erhalt vorgesehen war.
Wer war an der Erstellung des neuen Handlungskonzepts beteiligt?
Die Baumland-Kampagne und die Obstbaumschnittschule begleiteten die Überarbeitung des Handlungskonzepts. An der Erstellung waren zahlreiche Fachorganisationen beteiligt, darunter die Grüne Liga Thüringen e.V. sowie der Pomologen-Verein e.V. Dass sich die Investitionen lohnen, zeigt die Bilanz seit 2020: Bisher flossen bereits über zehn Millionen Euro an Landesmitteln in den Erhalt und die Sanierung dieser wertvollen Kulturlandschaften.
In wenigen Bundesländern gibt es ausführliche Handlungsempfehlungen für den Streuobstbereich. Der Wunsch in jedem Bundesland vergleichbare Regelungen einzuführen, die auf die Bedürfnisse des jeweiligen Bundeslands abgestimmt sind, war eine treibende Idee für die Gründung der Baumland-Kampagne im Jahr 2023.
Zum neuen Handlungskonzept
Freistaat Thüringen (Hrsg., 2026): Thüringer Handlungskonzept Streuobst. Fachliche Standards zur Pflanzung und Pflege für die Eingriffsregelung und Förderung. Online unter: https://umwelt.thueringen.de/fileadmin/Publikationen/Publikationen_TMUEN/Streuobst_Final.pdf