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Neue Liste mit 180 Baumschulen in Deutschland
Streuobstwiesen brauchen ab und zu Nachwuchs. Doch wo finden Streuobstakteure Baumschulen in ihrer Nähe, die Obstbäume anbieten? Eine neue Übersicht zeigt über 180 Baumschulen von Schleswig-Holstein bis Bayern. Sie stehen für Qualität, Fachwissen und Verantwortung entlang der gesamten Produktionskette.
Baumschulen unter Druck
Billigkonkurrenz aus dem Ausland und dem Onlinehandel, Strukturwandel sowie die Auswirkungen der Klimakrise stellen insbesondere kleine, vielfältig aufgestellte Baumschulen vor massive Herausforderungen. Das statistische Bundesamt verzeichnete zwischen 2021 und 2025 einen Rückgang der Betriebe um 10,5 Prozent. Im Vergleich zu 2017 beträgt der Rückgang sogar 20 Prozent.
Streuobstwiesen brauchen handwerkliche Baumschulen
„Lokale, handwerkliche Baumschulen besitzen ein enormes Wissen rund um die Vielfalt unserer Obstsorten. Sie sind unverzichtbar, wenn neue Streuobstwiesen mit regionaltypischen Sorten angelegt werden“, so Danièle Duske, Vertreterin des NABU-Bundesfachausschusses Streuobst. „Bei Baumschulen, die noch selbst veredeln, ist die Wahrscheinlichkeit, sortenechte Bäume zu erhalten deutlich höher als bei reinen Wiederverkäufern. Hier stimmt also der Sortenname auf dem Etikett mit der tatsächlichen Sorte überein“, ergänzt Sabine Fortak, Vorsitzende des Pomologen-Verein e.V. Ein weiteres wichtiges Qualitätsmerkmal ist das Lieferetikett der Pflanze: Die Pflanzenpassnummer (z. B. DE-NS-123…) darauf ermöglicht die Rückverfolgung bis zum Produktionsbetrieb und bestätigt zugleich die regelmäßige amtliche Kontrolle der Pflanzengesundheit. Sören Hobohm, Vorsitzender des Bund deutscher Baumschulen, Ausschuss Obstgehölze, ergänzt: „Selbstverständlich gehen wir auch auf besondere Wünsche ein – etwa hinsichtlich bestimmter Sorten, des Alters der Bäume bei der Abgabe oder spezieller Wuchsformen. Auch Auftragsveredelungen zählen dazu“.
Neue Übersicht schafft Transparenz
Um für mehr Transparenz zu sorgen, haben sich der Bund deutscher Baumschulen e.V. und bundesweit Streuobstakteure zusammengeschlossen. Eine neue Übersicht listet auf der NABU-Website Baumschulen auf, welche
- die Echtheit der Sorten zum Ziel haben und ein vielfältiges Spektrum an Sorten anbieten,
- ihre Obstbäume selbst veredeln,
- sich an gewisse Standards für die Etikettierung halten oder
- Bio-Ware oder Auftragsveredelungen anbieten.
Über 180 Baumschulen aus ganz Deutschland sind hier dargestellt. Sie stehen für Qualität, Fachwissen und Verantwortung entlang der gesamten Produktionskette. Davon profitieren alle Beteiligte: Streuobstbewirtschafterinnen und -bewirtschafter erhalten die gewünschten Sorten und regionale Vielfalt bleibt bewahrt. Heimische Qualitätsbaumschulen als unverzichtbarer Baustein für die Zukunft der Streuobstkultur in Deutschland werden gestärkt.
Weitere Informationen und Quelle
Die nach Bundesländern sortierte Liste findet sich beim NABU unter folgendem Link: https://www.nabu.de/natur-und-landschaft/landnutzung/streuobst/service-und-adressen/12512.html
Wer eine Baumschule auf der Liste vermisst, wendet sich an Danièle Duske, NABU-Bundesfachausschuss Streuobst, D.Duske@NABU-Nienburg.de
Quelle: Gemeinsame Pressemitteilung von BaumLand-Kampagne, Bund deutscher Baumschulen (BdB) e.V., Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND), Fachverband Obstgehölzpflege e.V., Hochstamm Deutschland e.V., NABU Bundesfachausschuss Streuobst, Pomologen-Verein e.V.