Was gibts Neues?
Themen, Ideen, Termine und viele weitere spannende Nachrichten aus unserem weitverzweigten Netzwerk - wenn es etwas Neues gibt, lesen Sie es hier.

Mensfelder Glanzrenette: die hessische Lokalsorte des Jahres 2026
Verschiedene Organisationen wählen jährlich eine Sorte des Jahres, um besondere, in Vergessenheit geratene Sorten wieder an die Öffentlichkeit zu bringen. Zum Nachlesen finden Interessierte hier die Streuobstsorten des Jahres 2025. Auch 2026 stellen die Streuobst-News die Sorten des Jahres einzeln vor. In dieser Ausgabe: die Mensfelder Glanzrenette. Sie ist die hessische Lokalsorte des Jahres 2026.
Herkunft
Der Name der 24. „hessische Lokalsorte des Jahres“ gibt bereits Auskunft über ihre Herkunft. Sie stammt aus dem Ortsteil Mensfelden der hessischen Gemeinde Hünfelden im Landkreis Limburg-Weilburg. Dort trafen sich Ende Oktober 2025 über neunzig interessierte Personen zur Vorstellung der hessischen Lokalsorte des Jahres 2026 an einem über hundert Jahre alten, noch recht vitalen Baum der Sorte. Informationen zu der Veranstaltung sind hier zu finden.
Die Frucht
Der Apfel ist relativ groß. Er hat eine grüngelbe Grundfarbe und ist sonnenseits leicht verwaschen rot. Wie bei den Kalvillen üblich, sind fünf Rippen vorhanden, die deutlich von der Kelchseite über die Frucht laufen. Vollkommene Kerne gibt es nur wenige. Die Sorte ist sowohl Tafel- als auch Wirtschaftsapfel. Das Fruchtfleisch ist mittelfest, süßsäuerlich und mild gewürzt. Außerdem hat der Apfel einen sehr hohen Polyphenolgehalt und ist für Personen mit Apfelallergie verträglich. Die Sorte reift Anfang bis Mitte Oktober und hält bei guter Lagerung bis März/April.
Der Baum
Der Baum wird nicht besonders groß, ist fruchtbar und gesund mit reichem und regelmäßigem Ertrag. Er ist relativ anspruchslos, bevorzugt jedoch Böden mit ausreichender Wasserversorgung. Die Sorte gedeiht auch noch in rauen Lagen und ist für mittlere Höhenlagen empfehlenswert.
Geschichte der Mensfelder Glanzrenette
Kreisobstbauinspektor Karl Deußer vermehrte die Mensfelder Glanzrenette in den 1920er und 1930er Jahren und gab sie dem Pomologen Richard Zorn aus Hofheim weiter. Zorn war der Erste, der die Sorte pomologisch erfasste, 1938 beschrieb und abbildete. Überlieferungen zufolge wurde die Sorte bis 1955 zusammen mit weiteren Apfel- und Birnensorten als Tafelobst an den Eisenbahnerverein Altenhundem im Sauerland geliefert. Zwischenzeitlich ging das Interesse an der Sorte verloren. Erst im Herbst 2004 legte der inzwischen verstorbenen ortsansässigen Imker Dieter Kees dem Pomologen Steffen Kahl die Sorte vor. Die wenigen heute existenten Altbäume stammen nach mündlicher Überlieferung aus dem Jahr 1917. Inzwischen ist die Mensfelder Glanzrenette pomologisch und genetisch überprüft und somit als hessische Lokalsorte bestätigt.
Weitere Informationen
Obstsorte des Jahres | Pomologen Verein
Wer die Sorte besser kennenlernen möchte, wird dazu einen ausführlichen Bericht im Jahresheft des Pomologen-Vereins e.V. 2026 finden.