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Mehr Wert schöpfen: Leitfaden und Tool zur Optimierung der Streuobst-Wertschöpfungskette
Ob Saft, Gummibärchen oder Secco – bis ein fertiges Produkt im Regal steht, sind viele Schritte und Beteiligte notwendig. Die Organisation und das Zusammenspiel der einzelnen Handlungsstufen spielen dabei eine zentrale Rolle. Um den Weg vom Rohstoff zum fertigen Produkt besser zu verstehen und zu optimieren, stellt Hochstamm Deutschland e.V. den Handlungsleitfaden für Wertschöpfungsketten (WSK) sowie ein neues Analysetool der Wertschöpfungskette Streuobst zur Verfügung. Streuobstakteure erfahren hier, wie Wertschöpfung entsteht, welche Anforderungen der Markt stellt, wo weit mehr als nur die Produktvermarktung eine Rolle spielt und wie Best-Practice-Beispiele helfen.
Wie entsteht Wertschöpfung?
Landwirtschaftliche Urprodukte können durch Produktentwicklung und -innovation, zum Beispiel über eine Veredlung oder die Aufteilung in kleinere Portionen, in ihrem Wert steigen. Als Beispiel: 100 kg Bio-Äpfel in ihrer geernteten Form haben als Mostobst einen Wert von circa 20 Euro. Verarbeiten Streuobstakteure dieselben 100 kg Äpfel zu einer Apfelsaftschorle mit Aromazusatz und bieten sie in 0,3l-Longneck-Flaschen im Bio-Limonadensegment an, so steigt der Wert auf bis zu 400 Euro für die gleiche Ausgangsware. Es entsteht eine 20-fache Wertschöpfung durch das Verarbeiten des Rohstoffes auf verschiedenen Stufen einer WSK.
Was ist eine Wertschöpfungskette?
Eine WSK beschäftigt sich mit der Abfolge aller Organisations-, Herstellungs- und Vermarktungsstufen eines Produkts von der Herstellung des Rohstoffs über die Verarbeitung und den Transport bis zum Handel und Konsum. Sie stellt diese Abfolge graphisch dar und zeigt, welche Akteure Teil der WSK sind, z.B. Beispiel Streuobstakteure, verarbeitende Betriebe, der Großhandel oder Logistikunternehmen. Auf jeder Stufe entsteht Wertschöpfung, die die Akteure der jeweiligen Stufe „einstreichen“. Wer alle Stufen der WSK besetzt bzw. nutzt, muss entsprechend investieren und über das notwendige Knowhow verfügen, schöpft aber auch die gesamte entstehende Wertschöpfung ab. Weitere Informationen finden Streuobstakteure im neuen Handlungsleitfaden „Optimierung der WSK“.
Wie hilft die Analyse der Wertschöpfungskette?
Streuobstakteure können ihre WSK verbessern, indem sie den gesamten Ablauf vom Baum bis zum Endprodukt genau betrachten. Wenn Akteure ihre aktuelle WSK visualisieren, erkennen sie sofort, an welchen Stellen Verbesserungen möglich sind. Um zu zeigen, wie sich die WSK insgesamt oder einzelne Stufen optimieren lässt, hat Hochstamm Deutschland e.V. Best-Practice-Beispiele zusammengestellt. Unternehmen, deren WSK-Stufen bereits gut funktionieren, dienen dabei als Anreiz und Vorbild. Das WSK-Tool zeigt in jeder Stufe, wie Akteure ihre eigenen Prozesse optimal gestalten.
Teil des Projekts Streuobst 2030
Die Erstellung des Wertschöpfungsketten-Tools war Teil des mehrjährigen Projekts "Streuobst 2030 - nachhaltige Sicherung eines wertvollen Ökosystems in Baden-Württemberg" von Hochstamm Deutschland e.V. Weitere Projektbestandteile waren die Verbraucherforschung zum Streuobst (Ergebnisse siehe hier) und Erfassung von Ökosystemleistungen. Die Stiftung Naturschutzfonds Baden-Württemberg (https://stiftung-naturschutz.landbw.de/) unterstützte das Projekt mit Mitteln aus zweckgebundenen Erträgen der Glücksspirale.