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Im Zeichen des Klimawandels und der Jugend
Am Samstag, dem 18. April 2026, feierte der Landesweite Streuobsttag Baden-Württemberg ein ganz besonderes Jubiläum. Bereits zum 20. Mal kamen zahlreiche Akteurinnen und Akteure aus Praxis, Forschung und Verbänden zusammen. Insgesamt verfolgten rund 200 Teilnehmerinnen und Teilnehmer die hybride Fachtagung. Unter dem Motto „Klimaresilienz und junge Köpfe“ standen in diesem Jahr entscheidende Zukunftsfragen im Mittelpunkt: Wie gelingt die Einbindung des Nachwuchses auf der Streuobstwiese und wie passen wir unsere Bestände an den Klimawandel an? Veranstaltet wurde die Tagung gemeinschaftlich von Hochstamm Deutschland e. V., der Akademie Ländlicher Raum Baden-Württemberg, der Universität Hohenheim sowie dem baden-württembergischen Ministerium für Ernährung, Ländlichen Raum und Verbraucherschutz. Alle Präsentationen zur Nachschau gibt es hier.
Thema 1: Alleinstellungsmerkmale von Streuobst
Nach der offiziellen Begrüßung und einem spannenden Überblick zu den aktuellen Kurzmeldungen und Projekten rund ums Streuobst stand ein Blick über die Landesgrenze hinaus auf dem Programm. Die Österreicherin Sandra Panhuber von Streuobst Österreich aus Klosterneuburg übernahm das Wort. In ihrem Vortrag präsentierte sie dem Publikum die Alleinstellungsmerkmale von Streuobst, dazu zählten die alten (Streuobst-)Sorten und deren gesundheitliche Vorteile, der Hotspot der Artenvielfalt, das riesige Genreservoir im Streuobstbau und viele weitere.
Thema 2: Frischer Wind auf der Wiese
Nach der Mittagspause begann einer der zentralen Themenblöcke des Tages: Wie gewinnen wir junge Menschen für die Streuobstwiese. Der 17-jährige Lukas Stein aus Pirna (Sachsen), sprach darüber, was junge Menschen genau an Streuobst begeistert. Er kann aus eigener Erfahrung berichten. Sigrid Jetter erklärte die Ausbildung von Jugendlichen in Jugendfachwartkurse. Fabio Ruoff von der “Zukunftsgeneration Streuobst” ergänzte die Runde mit der Vorstellung der Initiative junger Streuobstmenschen. Im Anschluss an diese Impulse entstand ein interaktiver Austausch, wie sich die nächste Generation auf unseren Streuobstwiesen aktiv einbinden lässt.
Thema 3: Klimaresilienz in der Praxis
Am Nachmittag rückte die Anpassung der Streuobstwiesen an die veränderten klimatischen Bedingungen in den Fokus. Dr. Janet Maringer präsentierte brandaktuelle Ergebnisse aus ihrem Forschungsprojekt zu klimafitten Unterlagen. Dazu hat sie große Mengen historischer Literatur ausgewertet und erkennt darin: Es gibt keine konkreten Sorten, die übergreifend empfohlen werden. Dass die beste Anpassung an den Klimawandel eine hohe Vielfalt ist, bestätigt auch Rebekka Honecker von der Hochschule Weihenstephan-Triesdorf, die ein mehrjähriges Klimawandelprojekt in Bayern geleitet hat. Thomas Weltner von der LWG ergänzte den Themenblock mit einem Vortrag zu Sortenempfehlung im Klimawandel und verwies dabei auf die vielfältigen Rahmenbedingungen, die daran beteiligt sind, wie vital Streuobstbäume sind. Zum Abschluss der Tagung hielten Gerd Meyer und Johannes Wagner von Botanik in Weißenburg einen Vortrag über innovative Anzuchtverfahren aus der forstlichen Perspektive. Dabei gingen sie besonders auf ihre Praxiserfahrungen mit der Anzucht von Obstbäumen in sogenannten Affolterkisten ein.
Partnerschaften, die tragen
Auch im Jubiläumsjahr wurde der Landesweite Streuobsttag durch ein breites Netzwerk an Veranstaltern und Partnern unterstützt. Zu den Unterstützern zählten unter anderem das Schwäbische Streuobstparadies e. V., der NABU und der BUND Baden-Württemberg, der Pomologen-Verein, Streuobst Österreich, der Landesnaturschutzverband sowie die Stiftung Kompetenzzentrum Obstbau Bodensee sowie viele weitere. Peter Hauk MdL, Minister für Ernährung, Ländlichen Raum und Verbraucherschutz, ermutigte bereits im Vorfeld dazu, die Veranstaltung als Chance zu nutzen. Wie er in seiner Einladung treffend betonte, stellt der Klimawandel die Streuobstwiesen vor große Herausforderungen, während gleichzeitig die Zahl der Aktiven abnimmt – umso wichtiger sei es daher, Wissen zu sammeln, Erfahrungen einzubringen und gemeinsam über Wege in eine zukunftsfeste Streuobstwirtschaft zu diskutieren.
Nachschau
Alle Präsentationen zum Durchschauen und Herunterladen gibt es hier (unter der Rubrik weitere Informationen und Downloads): https://alr-bw.de/,Lde/startseite/veranstaltungen/260418_Streuobsttag