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Günstig einen Obstbaum pflanzen
Die Obstbaumpflanzzeit im Herbst rückt näher. In einigen Landkreisen und Ortschaften sind Sammelbestellungen geplant oder Streuobstbewirtschafterinnen und -bewirtschafter erhalten vergünstigte Bäume. Die Streuobst-News haben einige dieser Aktionen zusammengestellt. Kennen Sie weitere?
Wichtig vorab: Nach dem Pflanzen kommt das Pflegen
Vergünstigte oder kostenlose Streuobstbäume sind super. Aber: Es reicht nicht, einen Baum zu pflanzen, er braucht lebenslange Pflege. Besonders in den ersten Jahren ist es wichtig, dass der Baum einen fachgerechten Schnitt bekommt. Gerade unqualifizierte Interessentinnen und Interessenten an einem Streuobstbaum benötigen eine fachliche Begleitung. Wie eine „begleitete Pflanzaktion“ gelingen kann – dazu gibt es Informationen in diesem Leitfaden:
Bernhard Reisch (o.D.): Pflanzaktion Streuobstbaum. Ablauf und Tipps. Landratsamt Enzkreis. file:///C:/Users/49175/Downloads/Pflanzaktion_Streuobstbaum-2-1.PDF
Sammelbestellungen, Pflanzaktionen und Rabatte in Deutschland im Überblick
Wir haben Zuschriften von verschiedenen Initiativen, Pflegeverbänden und Vereinen zu ihren Aktionen rund um die Ausgabe von Streuobstbäumen erhalten. Diese und weitere Programme haben wir zusammengestellt, es sind aber selbstverständlich nicht alle. Wir sind auf ihr regionales Wissen angewiesen.
Wer noch andere Programme dieser Art kennt, darf uns gerne in einer Mail an newsletter@pomologen-verein.de davon berichten. Wir ergänzen unsere Liste auf der Homepage laufend. Außerdem ermuntern wir alle Streuobstbewirtschafterinnen und -bewirtschafter bei ihren Kommunen oder Landkreisen nachzufragen, ob es in Ihrer Region eine ähnliche Aktion gibt.
Streuobst für alle
In ganz Bayern können sich Kommunen, Vereine oder Verbände hochstämmige Obstgehölze mit 45 Euro des Bruttokaufpreises pro Baum fördern lassen, wenn sie einen Antrag für mindestens zehn Bäume stellen. Die Organisationen können die Pflanzen unentgeltlich an Privatpersonen, Schulen und landwirtschaftliche Betriebe weitergeben. Dieses Förderprogramm nutzen zum Beispiel der Kreisverband für Gartenbau und Landespflege Lichtenfels e.V., der Gartenbauverein Engelsberg e.V. und die MainLand Allianz.
Landkreis Lichtenfels
Hochstämme gängiger Obstarten sind bei einer Bestellung über den Kreisverband für Gartenbau und Landespflege Lichtenfels e.V. kostenlos erhältlich. Die Preise von Walnuss, Esskastanien, Essbaren Ebereschen liegen je nach Verfügbarkeit über den geförderten 45 Euro. In dem Fall stellt der Kreisverband dem Besteller den Differenzbetrag in Rechnung. Neben der geförderten Sammelbestellung für Hochstämme bietet der Kreisverband auch eine Sammelbestellung für Halbstämme. Weitere Aufwendungen im Zusammenhang mit der Pflanzung (Pfähle, Verbiss-Schutz etc.) werden nicht bezuschusst, können aber bei der Sammelbestellung mitbestellt werden
Für die Bestellung füllen die Bewirtschafterinnen und Bewirtschafter einen der Bestellzettel (für Hochstämme oder Halbstämme) bis zum 15. September aus und schicken sie per Post an die Umweltstation Obermain-Jura, Kirchplatz 11, 96260 Weismain oder per Mail an umweltstation@landkreis-lichtenfels.de schicken. Die bestellten Bäume werden am Samstag, 24. Oktober 2026, zwischen 9 und 10.30 Uhr am Parkplatz des Landratsamtes in Lichtenfels ausgegeben und müssen dort verbindlich abgeholt werden.
Albertshofen, Biebelried, Buchbrunn, Dettelbach und Mainstockheim
Wer aus einem dieser Landkreise kommt und jetzt schnell ist, kann noch bis zum 30. August hochstämmige Obstbäume per Mail oder per Post bei der MainLand Allianz bestellen. Auch hier sind die Bäume durch die Aktion „Streuobst für alle“ gefördert. Auf dem Bestellzettel geben die Bewirtschafterinnen und Bewirtschafter Wünsche zu Obstart, Reifezeitpunkt und Verwendungszweck oder auch spezielle Sortenwünsche an. Zubehör wie Pflock, Bindematerial oder Schutz vor Wildverbiss und Wühlmäusen muss eigenständig besorgt werden.
Gemeinde Engelsberg
Auch der Gartenbauverein Engelsberg bietet die Möglichkeit, geförderte, meist kostenlose, hochstämmige Obstbäume zu bestellen. Die Bestellungen sind bis Anfang September möglich. Die Lieferung der Bäume erfolgt voraussichtlich Oktober/November, rechtzeitig zur Pflanzzeit. Nähere Infos und Bestellungen bei Hans Bernauer, Tel. 08634 / 56 89, oder Annaliese Burggraf, Tel. 08634 / 15 79.
Markt Pöttmes
Auch Markt Pöttmes beteiligt sich an der Aktion „Streuobst für alle“. Noch bis zum 30. September können Bäume bestellt werden, wenn über 10 Bäume bestellt werden ist dies auch noch länger möglich.
Weitere Information: Streuobst für alle!: Markt Pöttmes
Eine Auswahl von Sammelbestellaktionen in anderen Bundesländern
Auch außerhalb Bayerns führen einige Organisationen Sammelbestellungen durch. Auch ohne die Förderung durch „Streuobst für alle“ sind die Bäume bei den Sammelbestellungen meist günstiger als bei direktem Kauf in der Baumschule.
Eislingen, Krummwälden und Eschenbäche
Bereits seit 2002 bietet die Stadt Eislingen das Programm „ Streuobstbäume für Eislingen“ an. Eigentümer oder Pächter von Streuobstwiesen können Baumpflanz Komplettpakete gegen einen Selbstkostenanteil bei der Stadt bestellen. Auch werden Bäume für den privaten Hausgarten gefördert. Der Selbstkostenanteil für Kern- und Steinobstsorten beträgt 10,00 Euro pro Paket, für Walnussbäume und Wildobstbäume 20,00 Euro pro Paket. Ein Komplettpaket besteht aus einem Hochstamm-Obstbaum, einem Pfahl und einem Verbiss-Schutz. Auf Wunsch kann zudem ein vorgefertigter Wühlmauskorb pro Baum bestellt werden. Bestellungen können jährlich bis 30. September über ein online Bestellformular aufgegeben werden. Die Ausgabe der Pakete findet in der Regel Anfang November im städtischen Bauhof statt. Die Besteller werden rechtzeitig schriftlich über den genauen Termin informiert.
Weitere Informationen: Streuobstförderprogramm | Stadt Eislingen
Ebersbach an der Fils
Die Zukunftswerkstatt Umwelt und Landwirtschaft der Stadt Ebersbach an der Fils bietet ebenfalls eine Hochstamm-Sammelbestellung für Streuobstwiesen an. Die Bäume werden zum Festpreis von 10 € abgegeben inklusive Wühlmauskorb. Auf Wunsch können Pfahl (8 €) und Stammschutz, entweder Metallgitter (3 €) oder Kunststoffhülse (5 €), mitbestellt werden. Es stehen alle lieferbaren Apfel-, Birnen-, Kirschen- und Zwetschgensorten der Baumschule Weissinger zur Auswahl. Auch 1- jährige Veredlungen ohne Kronenansatz können bestellt werden. Diese sind biozertifiziert und damit auch als Nachpflanzungen auf Biowiesen zugelassen. Eine Liste mit empfehlenswerten Bäumen und feuerbrandtoleranten Sorten sowie Beschreibungen zu Frucht und Reifezeit bietet die Zukunftswerkstatt hier. Bestellungen sollen bis spätestens 11. Oktober bei Christoph Ebensperger per E-Mail unter zwul@ebensperger.de oder bei Dietmar Vogl im Rathaus (Tel.: 161-3330; E-Mail: vogl@stadt.ebersbach.de) eingehen. Dabei sind neben den gewünschten Bäumen unbedingt Name, Telefon und Wohnort anzugeben und, wenn möglich, Alternativsorten, falls die gewünschte vergriffen ist.
Die Ausgabe der Bäume ist geplant für den Samstag, 14. November von 9:00 bis 10:00 Uhr auf dem Raichberg-Parkplatz vor der Turnhalle.
Landkreis Potsdam-Mittelmark
Der Naturpark Hoher Fläming bietet eine Obstbaumsammelbestellung an. In dem Bestellformular kann aus einer vielfältigen Auswahl an Apfel- Birnen-, Süßkirsch-, Sauerkirsch- und Pflaumensorten gewählt werden. Außerdem können Pflanzmaterialien wie Baumpfahl (Kiefer, imprägnert), Kokosgarn, Windschutzspiralen, Wühlmausschutzkorb, Wühlmausschutzgitter oder Weißanstrich hinzubestellt werden. Das Programm ist offen bis zum 4. Oktober 2026. Dafür das ausgefüllte Bestellformular per Mail an obstbaum@flaeming.net schicken oder im Naturparkzentrum in Raben abgeben (Brennereiweg 45, 14823 Raben). Die Obstbäume gibt der Naturpark am Samstag, 14. November 2026, 13 bis 16 Uhr und Sonntag, 15. November 2026, 10 bis 13 Uhr im Naturparkzentrum Raben ausgegeben.
Bad Nauheim
Der NABU Bad Nauheim bietet bis zum 27. September 2026 eine Sammelbestellung von hochstämmige Apfel-, Birn-, Kirsch-, Zwetschgen-, Mirabellen-, Reineclauden- und Quittenbäume in vielen – auch alten, bewährten und erhaltenswerten – Sorten mit verschiedensten Verwendungsmöglichkeiten an.
Bäume für Streuobstwiesen bezuschusst die Stadt Bad Nauheim zur Hälfte. Der Preis beträgt dann 30 Euro pro Baum. Im Preis enthalten sind der notwendige Baumpfahl, Anbindematerial und eine Drahthose als Verbissschutz. Voraussetzung für die Bezuschussung durch die Stadt ist (1) die genaue Angabe des Flurstücks auf dem gepflanzt werden soll, (2) dass die Bäume auf nicht eingezäunten Flächen gepflanzt werden und sich (3) die Erwerber verpflichten, die Bäume dauerhaft fachgerecht zu pflegen.
Auch die Bestellung von hochstämmigen Obstbäumen, die in Privatgärten und eingezäunte Grundstücke gepflanzt werden sollen, ist möglich. Dann entfällt jedoch der städtische Zuschuss und die Bäume kosten 60 Euro inklusive Pflanzmaterial pro Baum.
Ebenfalls möglich ist die Bestellung von Wildobstbäumen (Speierling, Walnuss etc.), die allerdings einen etwas höheren Preis haben. Wer seltene Sorten bestellen will, sollte möglichst frühzeitig bestellen, da diese nur in geringen Stückzahlen verfügbar sind. Die Bestellzettel sind per Post an NABU Bad Nauheim, Mirko Franz, Raiffeisenstraße 15, 35510 Butzbach zu schicken. Die Ausgabe der bestellten Bäume erfolgt Anfang November in Nieder-Mörlen.
- Bestellzettel: bestellschein-obstbaeume-2025.pdf
- Auswalliste für Obstsorten: auswahlliste-obstbaeume-2022.pdf
- Ansprechpartner: Mirko Franz, m.franz@NABU-Bad-Nauheim.de, 06033 / 9722890
Kreis Bergstraße
Bei der Obstbaumsammelbestellung der Abteilung „Ländlicher Raum“ des Kreises Bergstraße kann vom 1. August bis 21. September aus einer großen Auswahl hochwertiger Obstbäume, von Äpfeln und Birnen über Kirschen bis hin zu weiteren Obstgehölzen, gewählt werden. Insgesamt 94 verschiedene Sorten stehen zur Auswahl.
Die Obstbäume werden zum Preis von 31 Euro je Stück angeboten und ergänzend dazu ein Pflanzset, bestehend aus Pfahl, Draht und Anbinde-Material für 12 Euro je Set. Alle Obstbäume verfügen über eine Mindeststammhöhe von 1,60 Metern. In den Bestellvordrucken können auch Ersatzbäume angegeben werden, falls Wunschsorten aufgrund hoher Nachfrage nicht lieferbar sein sollten.
Die Bestellformulare (klassische Obstbäume und anspruchslose Obstbäume bezüglich Trockenheit) können per Fax (06252 / 15 5050), auf dem Postweg, oder per E-Mail (laendlicher-raum@kreis-bergstrasse.de) übermittelt werden. Es gibt zwei unterschiedliche Bestellformulare. Eines für klassische Obstbäume und eines für besonders anspruchslose Sorten.
Einer der beiden Abholtage (Freitag, 6. November 2026 und Freitag, 13. November 2026) wird den Bestellenden nach Anfangsbuchstaben des Nachnamens zugewiesen. Jeder wird noch einmal schriftlich über den Abholtag informiert.
Die beiden Kommunen Abtsteinach und Gorxheimertal halten für ihre Einwohnerinnen und Einwohner einen besonderen Service vor: Um nicht den weiten Weg nach Lorsch einzeln auf sich nehmen zu müssen, können Interessierte der Gemeinden ihre Bestellwünsche bei den Gemeindeverwaltungen Abtsteinach und Gorxheimertal hinterlegen (inklusive Vorkasse für die Obstbäume und eventuelles Anbindematerial). Die Bauhöfe der beiden Kommunen holen die Bäume gebündelt in Lorsch ab und verteilen sie anschließend in den Gemeinden.
- Ansprechpartnerin der Gemeinde Abtsteinach: Daniela Marsch (Tel.: 06207 / 940717, E-Mail: daniela.marsch@abtsteinach.de)
- Ansprechpartnerin der Gemeinde Gorxheimertal: Anette Rothermel (Tel.: 06201 / 294921, E-Mail: Anette.Rothermel@gorxheimertal.de)
Main-Kinzig-Kreis
Der Landschaftspflegeverband Main-Kinzig-Kreis e.V. bietet eine Sammelbestellung für Hochstämme an. Zum Preis von 50,50 Euro erhalten Käuferinnen und Käufer einen Hochstamm inklusive Anbindematerial, Wildverbissschutz und Robinienpfahl. Optional kann ein Wühlmauskorb zum Schutz der Wurzeln mitbestellt werden. Der Bestellzeitraum ist vom 1. August bis zum 20. September. Da die Obstbäume nur in begrenzter Stückzahl verfügbar sind, empfiehlt der Landschaftspflegeverband, die Bestellung möglichst frühzeitig aufzugeben. Die Bestellung erfolgt bevorzugt online über das Bestellsystem oder auch telefonisch unter 06059 / 9069602. Die Ausgabe der Obstbäume erfolgt zu den angegebenen Terminen an den jeweiligen Ausgabestellen. Die Bezahlung erfolgt per Rechnung direkt an die beauftragte Baumschule.
Homburg
Der Obst- und Gartenbauverein Erbach nimmt alljährlich im Herbst bis etwa Mitte/Ende Oktober jeden Dienstag von 15 bis 18 Uhr in seinem Vereinsheim Bestellungen von Obstbäumen entgegen. Auch Nichtmitglieder können an dieser Sammelbestellung teilnehmen. Die erhältlichen Sorten und Baumformen sowie die Preise sind noch nicht veröffentlicht. Zu jedem Baum gibt es einen Kokosstrick zum Anbinden. Zusätzlich können imprägnierte Pfähle (150 cm, 175 cm oder 200 cm) und eine Drahthose als Stammschutz) mit bestellt werden. Der OGV sammelt die Bestellungen und sendet eine schriftliche Sammelbestellung für den Verein an die Baumschule. Nach Lieferung kann die bestellte Ware beim Verein abgeholt werden.