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Essbare Städte: Wo Obstbäume darauf warten, geerntet zu werden
Auf öffentlichen Flächen stehen weit über eine Million ungenutzter Obstbäume. Die Initiative „Wir sind essbar“, die aus mundraub.org hervorgegangen ist, unterstützt Städte und Gemeinden dabei, diese fruchtigen Schätze für alle sichtbar und nutzbar zu machen. Bereits mehr als hundert „essbare Städte“ im deutschsprachigen Raum haben sich dieser Bewegung angeschlossen.
Wie kommt die Ernte aufs Handy?
Die Idee dahinter ist einfach: Das Projekt bringt die Standorte der städtischen Obstbäume auf digitale Karten. Über Webseiten und Apps wie dem Mundraub-Navigator, die Zero Waste App oder den Fruchtradar sehen Erntewillige auf dem Smartphone sofort, wo in ihrer Nähe öffentliches Obst wächst und bereit zur Ernte ist. So unterstützen die Apps die Bürgerinnen und Bürger dabei, die Natur in der Stadt ganz einfach kulinarisch zu erfahren und das bereitgestellte Stadtobst gezielt aufzusuchen.
Die vier goldenen Ernte-Regeln
Wer auf Obstjagd geht, sollte sich an diese Grundsätze halten:
- Eigentum respektieren: Ernten Sie nur dort, wo es ausdrücklich erlaubt ist.
- Achtsamkeit: Gehen Sie schonend mit den Obstbäumen und der Natur um.
- Teilen: Teilen Sie die Früchte Ihrer Entdeckungen fair mit anderen.
- Engagement: Setzen Sie sich für die Pflege und den Erhalt der Bäume ein.
Wie werden Städte und Gemeinden Teil davon?
Damit die digitale Obstkarte weiterwächst, stellen Kommunen ihre Baumkataster als offene Daten (z.B. in Formaten CSV, SHP oder XML) zur Verfügung. Ein wichtiger Punkt für die Verwaltung: Wenn sie die Bäume unter der Open-Data-Lizenz zur Beerntung freigeben, übernehmen sie ausdrücklich keine Haftung für eventuelle Schäden, die durch den Verzehr der Früchte oder den Vorgang des Erntens entstehen.
Baumpflege ist Profisache
Damit die heute oft überalterten und ungepflegten Obstbäume auch in den kommenden Jahrzehnten als tragende Säulen der essbaren Stadt reiche Ernte für mehrere Generationen tragen, legt das Netzwerk größten Wert auf die richtige Entwicklung und Pflege. Denn Obstbaumpflege bedeutet eben nicht, einfach etwas abzuschneiden. Um dem Ausbildungs- und Pflegerückstand entgegenzuwirken, bietet die Initiative den Kommunen einen Leitfaden an. Dieser befähigt die Beschäftigten in den Bau- und Grünflächenämtern dazu, qualifizierte Dienstleister zu erkennen und professionelle Obstbaumwartinnen und Obstbaumwarte für den Erhalt sämtlicher Baumkategorien, von Jungbäumen über Alt- und Kronenumstellbäume bis hin zu Habitatbäumen, zu finden.
Quelle: Terra Concordia gGmbH (o. J.): Wir sind essbar. Verfügbar unter: https://wir-sind-essbar.org, Zugriff: 13. Juli 2026