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Eine Pflanzung mit Geschichte: Thomasapfel ehrt Naturheilkundler
Verschiedene Organisationen wählen jährlich eine Sorte des Jahres, um besondere, in Vergessenheit geratene Sorten wieder an die Öffentlichkeit zu bringen. Zum Nachlesen finden Interessierte hier die Streuobstsorten des Jahres 2025. Auch 2026 stellen die Streuobst-News die Sorten des Jahres einzeln vor. In dieser Ausgabe: der Thomasapfel, die diesjährige Obstsorte des Jahres in Sachsen.
Es ist Tradition in Sachsen, die Bekanntgabe der Sorte des Jahres mit dem Pflanzen eines Baumes zu verbinden. Der junge Baum der Sorte Thomasapfel hat einen besonderen Standort bekommen. Catrin Just von der AG „Sorte des Jahres“ der sächsischen Landesgruppe des Pomologen-Vereins e. V. berichtet mit Bildern und Worten von der Pflanzaktion.
Für die Pflanzung der Sächsischen Obstsorte des Jahres 2026 ist alles vorbereitet. Leckereien vom Geflügelhof Arnsdorf und „Getränke mit Seele“ stehen parat (Foto: Pomologen-Verein e. V.).
Ein robuster, saftiger Vorkriegssämling
Die Wahl für die Sorte des Jahres in Sachsen fiel in diesem Jahr auf den Thomasapfel, auch Thomser oder Tomser genannt. Diese Lokalsorte aus der Umgebung von Rochlitz ist ein Zufallssämling, der vor dem Ersten Weltkrieg als erzgebirgische Lokalsorte bekannt war. Eine erhalten gebliebene Preisliste von 1935 belegt die Verbreitung des Thomasapfels durch die nördlich von Chemnitz bei Mittweida gelegene Baumschule Karl Wendt in Königshain-Wiederau. Die sehr saftigen, angenehm frischen, süßsäuerlichen Früchte reifen ab Anfang Oktober und sind bis Dezember lagerfähig. Für die Streuobstwiese sind die robusten, langlebigen, mittelstark wachsenden Bäume gut geeignet. Mit der Wahl zur Sorte des Jahres wird die nun seltene und gefährdete alte Obstsorte erhalten und wieder verbreitet. Rund dreihundert Bäume des Thomasapfels wurden vermehrt. Baumschulen in ganz Sachsen bieten sie nun zum Kauf an.
Ein besonderer Standort für den jungen Thomasapfel
Für eine Auftaktpflanzung der Sorte des Jahres sucht der Pomologen-Verein e. V. jedes Jahr Partner, die den gepflanzten Baum dauerhaft pflegen. In diesem Jahr fiel die Wahl auf eine Streuobstwiese gegenüber dem Geburtshaus des Naturheilkundlers Friedrich Eduard Bilz in Arnsdorf bei Penig, der hier 1842 das Licht der Welt erblickte.
Friedrich Eduard Bilz war Naturheilkundler und Lebensreformer. Er schrieb naturheilkundliche Bücher, die 3,5 Millionen Mal verkauft wurden und heute wieder als antiquarische Bücher gefragt sind. Zudem gründete er ein Sanatorium und ein Licht-Luft-Bad und entwickelte die Bilz Brause. Aus der Bilz Brause entstand die noch heute bekannte Marke Sinalco. Einige Gesundheitstipps von Herrn Bilz sind auf Tafeln an ausgewählten Orten der Bilz Gesundheits- und Aktivregion zu lesen.
Die Pflanzung des Thomasapfels in diesem Rahmen und an diesem Ort wäre ganz im Sinne von Friedrich Eduard Bilz. Die gesundheitsfördernden Eigenschaften von Obst spielten für ihn eine wichtige Rolle. Eine Abbildung von Pomona, der römischen Göttin der Baumfrüchte, ziert den Buchdeckel einiger Ausgaben seines literarischen Hauptwerkes „Das neue Naturheilverfahren“. Den Kontakt vor Ort hatte René Lautrich, Mitglied der freiwilligen Feuerwehr Arnsdorf, hergestellt. Seinem Engagement ist es zu verdanken, dass neben den Mitgliedern des Pomologen-Vereins e. V. viele Unterstützer aus Arnsdorf bei der Pflanzung dabei waren.
Baumpflanzung als Ausdruck der Heimatliebe und Verbundenheit mit der Natur (Foto: F.-E.- Bilz-Gesellschaft).
Gedicht und Bilz Limonaden
Mit einem dem Thomasapfelbaum gewidmeten Gedicht „Gespräch mit einem Freund“ von Catrin Just wurde der Apfelbaum eingepflanzt. Zum Schluss stießen die Anwesenden mit einem Glas Bilz Citrus Seele oder Bilz Beeren Seele an, zwei Bio-Limonaden vom Hersteller Sinalco. Friedrich Eduard Bilz und Franz Hartmann entwickelten gegen Ende des 19. Jahrhunderts die Idee zu diesem alkoholfreien Getränk. Die Natur war und bleibt der Leitstern des Pomologen-Verein e. V. In diesem Sinne wird demnächst neben dem Geflügelhof Arnsdorf eine Schautafel mit Fotos der Pflanzaktion und einem Bilz-Tipp zum Obst die Bilz Gesundheits-und-Aktivregion bereichern und mit der Zeit ein Baum mit gesundheitsfördernden Früchten heranwachsen.
Weitere Informationen und Kontakt
Weitere Informationen zum Thomasapfel sind hier zu finden.
Bei Fragen steht Catrin Just zur Verfügung:
Catrin Just
Pomologen-Verein e. V.
AG Sächsische Obstsorte des Jahres
09217 Burgstädt
catrin.just@pomologen-verein.de
Telefon 0176 / 958 968 41