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Drei Viertel der Obstsorten gefährdet
Ein umfassendes Monitoring-Projekt des österreichischen Vereins ARCHE NOAH e.V. schlägt Alarm: Von den 2.506 in Österreich identifizierten Obstsorten gelten rund drei Viertel als gefährdet, da sie oft nur in wenigen Sammlungen vorhanden sind. Für den ersten landesweiten Zustandsbericht untersuchte der Verein 8.000 Bäume aus 17 Sammlungen genetisch. Nur 24 Prozent der Sorten sind in mindestens drei Sammlungen abgesichert.
Leichte Unterschiede bei den Obstarten
Die Vielfalt ist beim Apfel am höchsten: 1.578 Sorten sind in den Sammlungen dokumentiert. Fast die Hälfte davon ist nur in einer Sammlung enthalten und somit in ihrer Existenz bedroht. Von den 564 Birnensorten ist ein gutes Drittel als existenzbedroht eingestuft. 94 der 184 Zwetschgensorten, also über 50 Prozent, sind nur einfach abgesichert. Nur ca. sieben Prozent der Zwetschgensorten gelten als abgesichert. Als „abgesichert“ eingestuft werden Sorten, die in mindestens fünf Sammlungen vertreten sind, wovon sich mindestens vier in Österreich befinden. Bei Kirsche und Marille (Mirabelle) fällt unter die Kategorie „abgesichert“ jeweils nur eine Sorte. Die dokumentierten Pfirsichsorten sind ausnahmslos alle als stark gefährdet oder existenzbedroht eingestuft und damit nur in ein oder zwei Sammlungen vorhanden. Für weitere Obstarten wie Walnuss, Haselnuss, Edelkastanie, Quitte oder Mispel fehlen vielfach grundlegende Daten. Das Gesamtbild zeigt jedoch: es besteht dringender Handlungsbedarf.
Was muss getan werden?
Das Projektteam listet folgende fünf Handlungsfelder auf:
- Sorten absichern: durch eine breite Absicherung der Sorten in mehreren Sammlungen
- Sortennamen klären: Die eindeutige Verifizierung und Benennung der Sorten ist für die wissenschaftliche und praktische Nutzung der Ressourcen unerlässlich
- Sammlungen finanziell stärken: durch stabile und ausreichende Finanzierung Krisenfestigkeit erhöhen sowie nachhaltige Pflege und Weiterentwicklung der Sammlungen ermöglichen
- Sammlungslücken schließen: bestehende Sammlungslücken identifizieren und gezielt schließen
- Koordination verbessern: eine engere Zusammenarbeit und Abstimmung zwischen allen Akteuren (Sammlungen, Ministerium, Bundesamt) anstreben
Mehr Informationen zu dem Monitoring-Projekt:
Zum vollständigen Bericht: https://www.obstmonitoring.at/media/arche_noah_zustandsbericht_obst-monitoring_oesterreich_print.pdf
Weitere Berichte:
- https://www.wochenblatt-dlv.de/oesterreich/obstvielfalt-oesterreich-seltene-sorten-gefahr-584279
- https://www.obstmonitoring.at/
- https://www.obstmonitoring.at/media/20260317_74_prozent_der_heimischen_obstvielfalt_massiv_bedroht.pdf
Das Projekt wurde durch den Biodiversitätsfonds des Bundesministeriums für Land- und Forstwirtschaft, Klima- und Umweltschutz, Regionen und Wasserwirtschaft gefördert.