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Apfel-Methusalemprojekt: Abschluss und Aussicht
Anfang 2025 lief der Aufruf für die Suche nach den uralten Apfelbäumen (zum Bericht). Nach mehreren Einführungsworkshops und laufenden Korrekturen am digitalen Erfassungsbogen startete die Erfassung im Mai (zum Bericht). Bis zum Ende der Erfassung im August 2025 blieben drei Monate Zeit, die uralten Bäume für den Datensatz verfügbar zu machen. Damit war dieses Projekt ein ambitionierter Start, dem hoffentlich noch einige weitere Erfassungen in Zukunft folgen werden.
Wie viele Baume wurden erfasst?
In der Zeit erfassten 35 Personen über 150 Methusalem-Apfelbäume im Alter von mindestens 95 Jahren. Ein bemerkenswertes Engagement für die Forschung an klimaresilienten Bäumen. Die Erfassungen kamen aus ganz Deutschland und auch aus einigen Nachbarländern. In zwei Online-Abschlussveranstaltungen stellte Katharina Cziborra, Projektmitarbeiterin bei der Baumland-Kampagne, die Ergebnisse der Baumerfassung vor. Die Veranstaltung ist hier nachzusehen.
Es gibt abschließend keine flächendeckende Erfassung der Methusalem-Apfelbäume. Dennoch war die Diversität der erfassten Baum- und Standorteigenschaften sehr groß: von vitalen bis geschwächten, von großen bis kleinen und von dünnen bis dicken Bäumen an regenreichen, fruchtbaren bis trockenen und kargen Standorten. Viele Bäume waren laut der Erfasserinnen und Erfasser in ihrem langen Leben großen Dürren oder strengen Jahrhundertwintern ausgesetzt und haben diese Einwirkungen überlebt. Besonders schwer fiel den erfassenden Personen zu beurteilen, ob die Bäume veredelt oder schlicht sehr robuste Wildlinge oder freigemachte Edelsorten sind. Folgeprojekte müssen also noch Arbeit in die Erforschung interessanter Kandidaten investieren, um ihre Eigenschaften genauer zu beschreiben.
Was geschieht mit den Daten?
Die Daten wertete Katharina Cziborra in ihrer Masterarbeit aus. Nun wird daran gearbeitet, die Ergebnisse in einer Datenbank zu speichern und künftig mithilfe der Obstbaum-App SEPP des Pomologen-Vereins e.V. zu erweitern. Ermöglichen soll dies eine zusätzliche Funktion zur Erfassung von Methusalem Bäumen in der SEPP-App. Das Projekt von Cziborra hat gezeigt: Ist ein Erfassungsbogen zu lang, kostet das zu viel Zeit und schreckt ab. Deshalb ist geplant, dass die App künftig zwei Stufen anbietet: Eine Basis-Erfassung, bei der nur der Standort und die wichtigsten Baumdaten eingetragen werden, und eine Detail-Erfassung für tiefergehende Informationen.
Um die Forschung zu unterstützen, sollen die Daten langfristig für alle frei zugänglich sein. Momentan können sie nur per E-Mail bei Katharina Cziborra (cziborra@baumland-kampagne.de) angefordert werden. Aus datenschutzrechtlichen Gründen sind sie anonymisiert und ohne exakte Standortdaten angegeben. Langfristig ist angedacht, die entstehende Datenbank mit einem „Gatekeeper“ oder einem Bot zu schützen, den Forschende bei Interesse an bestimmten Bäumen und genauen Standorten anschreiben. Gerade bei Bäumen auf Privatgrund behalten die Erfasserinnen und Erfasser so selbst die Kontrolle darüber, wer Proben von ihrem Baum nimmt und sind darüber informiert.
Wann ist es so weit, dass weitere Methusalembäume erfasst werden?
Katharina Cziborra sagt hierzu: „Aktuell erreichen mich immer wieder Meldungen und Anfragen, wann endlich wieder Bäume erfasst werden und wie es weitergeht. Sicher ist, dass es noch einige Monate dauern wird, weil eine gute Datenbank nicht über Nacht und ohne passende Fördermittel entsteht.“ Über die Streuobst-News oder die Baumland-Kampagne informiert Cziborra weiterhin darüber.
Kontakt
Katharina Cziborra
Baumland-Kampagne
cziborra@baumland-kampagne.de
Die Abschlussveranstaltung zum Nachhören: Erfassung von Apfel-Methusalems für die Zukunft: Abschluss-Veranstaltung mit Ergebnissen
Die Masterarbeit (englisch) zum nachlesen: OPUS 4 | Citizen-science-based assessment of unique, old and vigorous apple rootstocks and local growing conditions as genetic resources for climate change adapted apple rootstocks
Infos zur Baumland-Kampagne: https://baumland-kampagne.de/