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Allergikerfreundliche Äpfel: Was Streuobst schon lange kann
Im Jahr 2022 zeichnete die Stiftung ECARF (Europäische Stiftung für Allergieforschung) zwei neu gezüchtete Apfelsorten mit dem Siegel für allergikerfreundliche Produkte aus. Nun sind die Äpfel unter der Marke Pompur seit Mitte November 2025 im Handel erhältlich (weitere Informationen: hier). Womit die ZüchtungsInitiative Niederelbe GmbH & Co. KG werben, das kann Streuobst schon lange, wenn auch ohne Siegel.
Alte Streuobstsorten sind oft allergikerfreundlich
Untersuchungen haben ergeben, dass Apfelsorten, die einen Gesamtphenolgehalt von mehr als 500 mg/kg haben, für die meisten Menschen mit Apfelallergie gut verträglich sind. Apfelsorten, die Allergien auslösen, sind in der Regel jene Sorten, die man im Supermarkt findet: Golden Delicious, Braeburn, Granny Smith, Gala, Jona Gold und Pink Lady. Deren Gehalt an gesundheitsfördernden Polyphenolen ist gering (93 mg/kg - 496 mg/kg). Eine Übersicht über Apfelsorten mit hohem Gesamtphenolgehalt, eine Liste von Anbaubetrieben alter Sorten, eine Liste von Baumschulen mit alten Sorten und die wissenschaftlichen Untersuchungen zu dem Thema findet sich unter https://www.bund-lemgo.de/apfelallergie.html
Wissenschaftlich erwiesen: hoher Polyphenolgehalt vorteilhaft
Eine Umfrage des Allergiezentrums der Berliner Charité zur Sortenverträglichkeit und zur Toleranzentwicklung ergab einen weiteren Vorteil der alten Apfelsorten. Betroffene gaben an, dass durch den Konsum der Apfelsorten mit hohem Polyphenolgehalt auch positive Auswirkungen auf Pollenallergien spürbar waren, mit zum Teil deutlichem Rückgang der Beschwerden. Bestätigt wird dies auch durch ein dreijähriges Forschungsprojekt unter Leitung des Facharztes für Dermatologie Professor Dr. Klaus Eisendle aus Bozen. Er empfiehlt inzwischen eine Apfeltherapie zwecks Heilung von Apfelallergie und Birkenpollenallergie, da diese erfolgreicher und dauerhaft ist im Gegensatz zu Spritzen und Tabletten und es bei der Apfeltherapie keine Nebenwirkungen gibt.
Allergiker verträgliche Sächsische Apfelsorten
Auch bei der Oberlausitz-Stiftung waren Äpfel für Allergiker in diesem Jahr Thema. Im September und Oktober 2025 ließ die Stiftung an der Universität Geisenheim den Gesamtphenolgehalt von einigen Apfel- Sorten bestimmen. Die Ergebnisse:
- Gelbe sächsische Renette: 2.076 mg/kg
- Oberlausitzer Muskatrenette: 1.855 mg/kg
- Schöner aus Herrnhut: 1.839 mg/kg
- Roter Fuchs: 1.625 mg/kg
- Maibiers Parmäne: 1.527 mg/kg
- Modivchen: 1.493 mg/kg
- Lausitzer Nelkenapfel: 1.460 mg/kg
- Edler aus Leipzig: 1.452 mg/kg
- Zimtrenette: 1.357 mg/kg
- Sohlander Streifling: 1.325 mg/kg
- Safranapfel: 1.228 mg/kg
- Merbesiner: 765 mg/kg
- Malvasier: 736 mg/kg
- Graf Nostitz: 523 mg/kg